Von Kos nach Lefkas


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Für mich ging es nun alleine weiter. Quer über die Ägäis, durch den Kanal von Korinth bis ins Ionische Meer nach Lefkas. Für diese Tour (etwa 400NM) hatte ich ca 3-4 Wochen eingeplant. Spätestens Anfang Oktober würde ich gerne in Nidri anlegen.  Da ich aber keinen speziellen Zeitplan einhalten musste, war ich an keinerlei Fixpunkte gebunden. Dies war auch der Grund warum ich nun solo unterwegs war, denn meine Begleiter müssten zeitmäßig sehr flexibel sein und auch mehrtägige Starkwindtage ohne Murren abwarten können.

Richtung Levitha
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Während also Herbert und Stefan an einem sonnigen Strand ihre Wartezeit für den Abflug überbrückten, fuhr ich von Mastichari noch etwa 30NM Richtung NW zur Insel Levitha. Dieses kleine Eiland liegt quasi mitten in der Ägäis und wird nur von einer Familie bewohnt. Diese betreibt eine Landwirtschaft und bietet in der Ostbucht  etwa 10 Mooringbojen an. Zusätzlich wird auch noch einfach gekocht, quasi eine kleine Taverne. Die Überfahrt war mit Motor und etwas Gegenwind, ich kam am späten Nachmittag an und nahm eine freie Boje (9€). Außer mir lagen noch 7 andere Segler hier. Die Insel ist hügelig mit einem prächtigen Aussichtsberg, wo oben sogar noch Reste einer uralten Mauer zu sehen sind. Aber alles sehr einsam und karg, man hat hier wirklich das Gefühl am Ende der Welt zu sein. Beim Abendessen wählte ich den Fisch und einen kleinen griechischen Salat. Ansonsten hätte es noch ein paar  Vorspeisen, Ziege und Meatballs (Ziege+Lamm) gegeben. Der Preis war angemessen aber nicht überteuert. Alle sehr freundlich und zuvorkommend. Lediglich Internet gab es hier nur auf den erhabenen Stellen. Aber für eine aktuelle Wetterprognose reichte es. Die Vorhersage für den nächsten Tag gab am Vormittag leichten Wind und danach etwas steigernd bis am Abend etwa 25-30Kt erreicht werden sollten.

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Ich wählte deshalb einen zeitigen Aufbruch und fuhr noch bei Mondlicht aus der Bucht. Die Sonne kam bald und ich glitt unter Motor mit 5 ½ Kt Richtung Amorgos, bzw nördlich davon weiter. Ab 10.00 Uhr hatte ich tollen Segelwind von N/NW. Zuerst 8, dann 10 und etwas später bereits 12, in Böen 15Kt. Um Mittag waren beständige 15-25Kt welche kein gemütliches Segeln zuließen. Aufgrund der Böen musste ich ziemlich reffen und die seitlichen Wellen wurden zunehmend auch höher. Mein Ziel Koufonisia lag nur mehr 6NM entfernt, doch die Böen steigerten sich bereits auf über 30Kt und auch die Wellen machten mir zu schaffen. Ich musste deshalb ablaufen und fuhr südlich der kleinen Insel Keros Richtung Westen. Hier gab es zwar keine Wellen, aber die Fallwinde bretterten mit über 40Kt von den Felshängen herunter, sodass ich Mühe hatte die bereits stark verkleinerte Genua ganz einzurollen. Als ich es doch geschafft hatte lagen noch etwa 2NM bis zur Insel Koufonisi (südlich von Koufonisia) vor mir wo ich mir die geschützte weite Sandbucht „Detis Bay“ als Ankerplatz ausgewählt hatte. Der Wind war auch hier sehr kräftig, doch der Ankergrund optimal. Mit 50m Kette bei ca 5m Tiefe brauchte ich auch Böen über 30Kt (über 50 Km/h) nicht fürchten. Der Rest des Tages blieb windig und die Nacht war auch nicht ruhiger.

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Nach dem Tagesanbruch verlegte ich mich bei kräftigem Gegenwind 2NM nordwärts in den kleinen Hafen von Koufonisia. Ich hatte Glück und bekam einen Platz mit Mooringleine (19€/N, inkl. Strom/Wasser) Hier fühlte ich mich auf Anhieb wohl. Nach und nach erkundete ich die Insel, reinigte das Boot vom Salz und füllte den Diesel nach. Weil es mir s gut gefiel blieb ich gleich drei Tage. Im Hafengelände gab es sehr gutes gratis Wifi wo ich meine Fotos auf die CALISTO Homepage laden konnte. Es war ein sehr kurzweiliger Aufenthalt, doch der Meltemi machte eine Pause und Naxos wartete schon.

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Es war Südwind prognostiziert, aber der kam erst mit Verspätung. Und so fuhr ich mit Motor hinüber nach Naxos und an der Westseite nordwärts. Als ich die Genua setzen wollte gabs eine böse Überraschung – bei den starken Böen die Tage vorher hatte sich ein Streifen des UV-Schutzes gelöst und pendelte im Wind. Das muss repariert werden!

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Beim Hafen Naxos setzte ich in der Bucht nördlich der Stadt meinen Anker (toller Sandboden). Eine malerische Umgebung gleich neben der Halbinsel mit dem Apollon-Tempel. Eigentlich steht ja nur mehr dieses mächtige Steintor, aber dieser Anblick alleine ist schon sehenswert. Nun blies der Südwind permanent mit bis zu 20Kt, aber mein Anker hielt super und so konnte ich mit dem Beiboot zum Ufer fahren. Die Stadt ist sehr belebt, gepflegt, eher auf gehobenen Tourismus abgestimmt und erfüllt alle typischen Klischees der Kykladen.

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Trotzdem fuhr ich nächsten Tag weiter. Die Windprognosen waren so, dass ich meinen Weg nach Westen fortsetzte und vier Stunden später auf Paros in der Bucht von Parikia abermals meinen Anker bei 4m Tiefe im Sandboden setzte. Es war Wochenende und der Hafen voll mit Charterbooten. Emsiges Treiben überall. Im hiesigen AVROS Yachtservice (Tel: 0030 2284023625) konnte ich mein Segel abgeben und einen Tag später genäht abholen.  Auch hier gab es wieder alle Kykladenklischees. Allerdings erst in den kleinen Gassen der Altstadt, wo toll gestylte Boutiquen, Cafes, Bars auf zahlungskräftige Kundschaft warteten. In Hafennähe befanden sich aber auch Geschäfte des täglichen Bedarfes, wo ich meinen Proviant auffüllte und beim Marineshop ein breites Klebeband für mein leicht undichtes „Dachflächenfenster“ erwarb. Der Südwind frischte am Nachmittag  auf über 20Kt auf, in meiner Bucht gab es deshalb (auch wegen der vielen Fähren) ziemlich Schwell. Vor allem die kommende Nacht war ungemütlich und eigentlich schlief ich total schlecht. Alles knarzte und pfiff als ich gegen 02.00h raus schaute gab es Böen um die 30Kt. Ziemlich ungemütlich.

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Wie erwähnt erhielt ich bereits am Vormittag mein Segel genäht retour (120€) und montierte es.  Da die Verhältnisse noch einen Tag leichten Südwind versprachen, bin ich gleich nach der Segelmontage zu Mittag Richtung Syros aufgebrochen. Zum Ausgleich für die ungute Nacht davor, hatte ich nun einen perfekten Segelnachmittag bei strahlender Sonne mit angenehmen Temperaturen. Fünf Stunden später legte ich im Hafen Finikas an der Mole (r.k. Buganker) an und fühlte mich gleich wohl. Es gab zwar vom Südwind noch etwas Schwell, doch der sollte bald enden, denn es war bereits für die Nacht Nordwind angesagt. In Finikas ging es sehr gemächlich zu, ein paar Tavernen, Supermarkt, Bäckerei etc. gab es in Hafennähe. Dazu noch Strände in Gehnähe und einen Aussichtsgipfel oberhalb des Ortes. Ich buchte beim Hafenmeister zwei Nächte (30€)

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Die Nacht war erträglich und der Morgen strahlend schön. Das Gipfelkreuz „meines“ Aussichtsberges leuchtete in der Sonne. 260Hm bis zur tollen Rundumsicht, allerdings weglos. Bei meinem Weiterweg nach dem Ende der höchstgelegenen Straße stand ich von unten kommend plötzlich am Infinitypool einer Topvilla. „Sorry, I lost the way“ brachte ein Schmunzeln auf die Lippen der Anwesenden. Ich wurde freundlich durch das Anwesen geleitet und wusste danach wo es hin geht.

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Im Wesentlichen rauf auf den Westrücken und diesen bis zum Gipfel, bzw. etwas absteigend zum weißen Kreuz weiter. Die Aussicht war natürlich grandios und kein Mensch unterwegs – ich liebe solche Augenblicke. Den Abstieg nahm ich gleich in der Falllinie des weißen Kreuzes hinunter bis zum Dorf. Die Tour kommt wieder in meinen Wanderblog.

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Tags darauf war ich weiter unterwegs Richtung Westen.  Großteils mit Motorunterstützung denn der Wind war ziemlich schwach. Als Ziel hatte ich die Bucht Koudouros im Südwesten von Kea ausgewählt. In der Navily App (ist übrigens sehr empfehlenswert)  wurde diese aufgrund eines gut besuchten Strandes als sehr laut beschrieben, doch die Nachsaison hatte nun offensichtlich bereits begonnen und es war total ruhig. Bis zum Abend lediglich 7 Schiffe, wovon sich ein Segler trotz ausreichendem Platz natürlich ganz knapp zu mir gelegt hat. Zur Sicherheit gab ich deshalb vor dem Schlafengehen noch meine Fender raus.

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Die Nacht war ausgesprochen ruhig. Mein heutiges Törnziel lag tief im Saronischen Golf und so startete ich sehr zeitig, denn es lagen etwa 45NM vor mir. Zuvor musste ich allerdings meinen Nachbarn auffordern mit seinem Schiff etwas wegzufahren, denn er lag im Nahebereich meiner Kette. Die Überfahrt nach Westen war dann eine resche Segeltour. Durchgehend 12-15Kt von Nord in Böen manchmal bis 18Kt, dazu etwas Welle – genau das Richtige damit es nicht fad wird. Ich hatte etwas eingerefft und düste mit 5-7Kt durch das bewegte Wasser. Um meinen Autopilot etwas zu entlasten steuerte ich fast die gesamte Strecke selbst. So ging es bis zum Kap Sounion und von dort weiter bis zur Südspitze der Insel Aegina. Ab hier änderte der Wind Richtung und Stärke, weshalb der Motor wieder rann musste. Ich wählte diesmal die Insel Agistri für meinen Liegeplatz und fuhr bis zum kleinen Hafen von Megalochori. Obwohl ich schon um 14.30h im Hafen war, sind die Plätze bereits knapp gewesen. Es gab Sicht bis auf den Boden, weshalb man das gesamte Kettenzeug etc. herumliegen sah. Ich fand noch einen passablen Platz (r.k. mit Buganker) und konnte meinen Anker genau richtig platzieren. Gleich hinter mir kamen noch zwei Segler und schnappten sich die letzten zur Verfügung stehenden Plätze. Bis zum Abend quetschten sich jedoch noch drei Boote rein……

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Das Wetter wurde kühler, windig und manch kleiner Regenschauer kam in der Nacht auch daher. Ich entschloss mich daher noch einen Tag zu bleiben (2x 6,3€) und machte bei passablem Wetter am Vormittag eine 15km Wanderung. Obwohl Agistri nicht besonders groß ist kann man hier ganz schöne Strecken (zumeist auf Schotterwegen) zurücklegen. Am höchsten Punkt gab es leider keine Aussicht, denn der Gipfel steckte mitten in einem duftenden Nadelwald.

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Am Nachmittag wurde es wieder schlechter und ich verzog mich in das Hafencafe  um mit dem dortigen WLAN meine Fotos hochzuladen. Am Abend war es bereits so kühl, dass ich meine lange Hose und die Jacke benötigte. Auch in der Kajüte war es erstmals richtig zum Zudecken.

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Nächsten Morgen wurde mein Vorurteil gegen Charter-Kat-Skipper wieder bestätigt. Als ich meinen Anker einholte merkte ich, dass eine Kette dran hing. Mit Erstaunen stellte ich fest, dass diese von einem 45ft Kat, welcher zwei Boote rechts von mir lag, stammte. Diese Präpotenz (ich denke nicht, dass es Unwissenheit war) muss man sich vorstellen. Er hatte mindestens 70m Kette diagonal Richtung Hafeneinfahrt gestreckt und so wissentlich über andere Ankerketten gelegt. Wieso macht man so was?  Zum Glück kenne ich auch nette Kat-Eigner.  Jedenfalls kam nun erstmals mein „Ankerkettenentwirrungshaken“ zum Einsatz und er hat seinen Test mit Bravour bestanden.

 

Mein Tagesziel -Epidauros- war nur 11NM entfernt, die Fahrt dort hin sehr ruhig. Am Kai lagen außer am Kopf vom Pier, keine Segler und an der Kaimauer befand sich 2x ein Schild mit Aufschrift „No Mooring“. Das erstaunte mich sehr, war es doch überall anders beschrieben. Ich fragte noch jemand vom Schiff am Kopf des Piers und auch dieser Segler meinte dass man dort nicht anlegen darf. Ich suchte mir deshalb einen Ankerplatz in der angrenzenden nördlichen Bucht. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es eine Falschinfo war und man doch anlegen hätte dürfen. Da lag ich aber schon sehr gut vor Anker.  Epidauros besuchte ich natürlich aufgrund des berühmten antiken Theaters, welches sich in ca 13km Entfernung in den nahen Hügeln befindet. Mangels Bus, Mietmoped/-auto musste ich ein Taxi nehmen. Die Dame brachte mich hin, kam eine Stunde später retour und fuhr mich wieder zum Hafen (40€). Das Theater selbst ist sehr sehenswert und imposant. Später erledigte ich noch ein paar kleiner Einkäufe und begab mich aufs Boot. Es war ein teilweise sonniger, angenehmer Tag, doch gegen Abend hin wurde es windiger und weiter hinten am Peloponnes türmten sich schwarze Wolken. Am Ankerplatz wurde es unruhiger, denn es kam etwas Schwell von draußen in die Bucht. Ein Gewitter entwickelte zwar nicht, aber die Wellen bewogen mich mein Dinghi wieder auf die Calisto zu schnallen, den abendlichen Tavernenbesuch zu stornieren und selbst zu kochen.

Die spätere Nacht war dann sehr ruhig. Um 06.00Uhr wollte ich den Motor starten, doch er kam nicht auf Touren – Starterbatterie zu schwach. Ich schloss deshalb mein Landstromkabel an meine große Powerstation (PowerOak 1500wh) an und der Motor sprang ohne Problem an. Etwas später holte ich in der Dämmerung meinen Anker ein und fuhr Richtung Kanal von Korinth. Diese Fahrt war bis auf einige morgendliche Starkwindstreifen sehr ruhig und ich konnte drei Stunden später ganz entspannt am Kai bei der Einfahrt zum Kanal anlegen. Die Kanalgebühr war ordentlich gestiegen (etwa 1/3 mehr) und kostete jetzt 160€ für die Calisto. Für mich gab es diese sehenswerte Fahrt nun zum 6. Mal (davon 4x solo), ich bin aber trotzdem immer wieder begeistert. Auf der Westseite hatte ich dann nur mehr die paar Meilen bis nach Korinth, wo ich in der „Marina“ einen Längsliegeplatz auf der Stirnseite eines wackeligen Pontons nehmen konnte. Nette Holländer (SY NOCHT, Hidzer und Tynke) halfen mir beim Anlegen, ihre Eisenyacht lag gleich dahinter. Wir hatten später interessante Gespräche, denn sie waren gemeinsam auf einer Europarunde und sind von der Donau, über das schwarze Meer nach Griechenland gekommen (www.nochtopreis.blogspot.com). Zusätzlich konnte ich ihnen einen Winterliegeplatz bei Conny in Nidri organisieren. Zwischendurch ging ich in die Stadt und kam gerade zu einem Wochenmarkt (Samstag) welcher bereits am Zusperren war. Dort gab es dermaßen günstige Gemüse- und Obstpreise, dass ich mich gleich für die nächsten Tage eindeckte. Am Abend hatte ich am Steg leider fast durchgehend Besuch von pubertierenden Jugendlichen, welche gleich neben der Calisto ihr lautstarkes Kommunikationszentrum (Malakka, Malakka,…) bis nach Mitternacht eingerichtet hatten.

Ich schlief sehr schlecht, stand deshalb bereits um 04.00h auf, machte die Calisto startklar (wieder mit Powerstation) und fuhr im Golf von Korinth in der Dunkelheit Richtung Westen. Obwohl es nicht so prognostiziert war, gab es die gesamte Fahrt bis nach Trizonia permanenten Gegenwind von 8-15Kt. Zum Glück entstanden keine nennenswerten Wellen, weshalb alles im grünen Bereich lag. Ich erreichte Trizonia bereits gegen 13.30 Uhr, und konnte die Calsisto in der „Marina“ gleich hinter dem Kat „Big Easy“ längsseits verheften. Ich wusste, dass Christian und Doris hier sind und hatte mich bereits auf dieses Treffen gefreut. Wir kennen uns seit zwei Jahren (Monemvasia + FB-Gruppe „Griechenlandsegler“) und sind immer wieder in Kontakt. Die Beiden sind erfahrene Griechenlandsegler und hatten schon so manchen guten Tipp für mich. Es wurde ein sehr kurzweiliger Nachmittag/Abend denn es gab sehr viel zu besprechen.

Leider konnte ich nicht bleiben, denn einerseits gab es nur ein kurzes gutes Wetterfenster Richtung Mesolonghi und mein Batterieproblem war auch schon akut. So fuhr ich am nächsten Morgen abermals in der Dämmerung weiter Richtung Westen. Die Brücke von Rio Antirrio lag prächtig in der Morgensonne und auch der Weiterweg nach Mesolonghi passte. Bereits gegen Mittag konnte ich den Kanal Richtung Mesolinghi Hafen einfahren und parkte mich kurz später in der Marina Mesolonghi ein. Da für den nächsten Tag Gewitter mit Starkregen in Aussicht standen (Warn SMS der griechischen Behörde) hatte ich zwei Tage (2x 25€ ohne Strom/Wasser) gebucht und konnte dem prognostizierten Unbill locker entgegen sehen. Zuerst jedoch benötigte ich eine neue Starterbatterie, welche ich im örtlichen Marina-Shop erhielt (70Ah/90€). Wie ich die alte Batterie ausbaute staunte ich nicht schlecht. Diese war noch heiß und es brodelte innen ganz leicht. Höchste Zeit für diesen Wechsel – ich konnte wieder aufatmen.

In Mesolonghi habe ich immer lange Fußmärsche, denn das Stadtzentrum liegt ca 2km entfernt. Der Tourismus ist hier nicht so ausgeprägt, es gibt aber trotzdem eine halbwegs belebte Innenstadt mit Fußgängerzone und diversen Lokalen. Am nächsten Morgen mussten mal wieder die Laufschuhe her. Ich wartete eine kleine Regenzone ab und lief den gesamten Kanal hinaus bis zur Küste. Dort pfiff der Wind mit ca 5-7Bft und die Wellen klatschten gegen die Uferbefestigung. In der Marina war bis auf die äußersten Plätze alles sehr geschützt, dieser Südostwind brachte kleine Wellen bis in den Hafenbereich.

Irgendwie hatte ich bereits leichte Ermüdungserscheinungen mit diesen vielen täglich neuen Eindrücken. Es war Zeit, dass mein Törn dem Finale zuging und ich sehnte mich schon nach der Ruhe des Ionischen Meeres.

Im kommenden Morgengrauen startete ich zur letzten längeren Etappe dieser Saison. Richtung Westen bis zur Insel Oxia und von dort nach Norden bis Kalalmos. Zuerst herrlicher Segelwind, Richtung Kalamos dann flaches Wasser, Sonne, und gemütlich unter Motor dahin. Gegen 14.30h fand ich noch leicht Platz und George half mir beim Anlegen. Im Laufe der nächsten Stunden staunte ich nicht schlecht. Der Hafen füllte sich, nach und nach kamen die Boote herein. Kat`s, Flottillien, Charter- und Privatboote. Volle Kaireihe, anschließend teilweise im Paket, dann vor dem Kai eine zweite Reihe mit Anker und Landleine zum Kai. Für Ende September war noch mächtig was los und George hatte jede Menge zu tun, um alles irgendwie unterzubringen. Es gab dann noch einen kurzen Regenguss, doch zum Glück keinen Wind. Die nächste Überraschung kam für mich als ich bei George einen Tisch wählen wollte und die Kellnerin mich fragte, ob ich reserviert habe. Das hatte ich hier auch noch nie erlebt! Insgesamt ist aus dieser beschaulichen Insel ein echter Seglerhotspot geworden, wo jetzt auch die kleinen Lokale rundherum ihr Geschäft machen.

 

 

+++mit der CALISTO in Griechenland+++mit der GOLDEN LADY in Slowenien – HR – Albanien – Griechenland +++ 3691 NM mit dem Motorboot CHARLIE von Tulln bis Triest +++ mit dem Kajak auf der Donau von Ingolstadt bis Tulln +++ Kreuzfahrt Kanaren