Von Korfu nach Thessaloniki


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Für die Saison 2022 hatte ich ein ambitioniertes Ziel ausgewählt. Und zwar eine Runde in der Ägäis, wobei die erste große Etappe bis Ende Mai nach Thessaloniki gehen soll. Von Korfu Richtung Süden mit einem Stopp in Nidri, weiter zum Peloponnes und dann wetterabhängig  je nachdem.

Wir konnten gleich nach dem Start in der Marina Mandraki die Segel setzen und glitten mit 5-6 Kn durch das leicht bewegte Wasser. Es war allerdings ein Regentag vorausgesagt und leider begann es tatsächlich am späten Vormittag zu tröpfeln. Zuerst nur verhalten, jedoch kam von Süden eine Front auf uns zu die es in sich hatte. Es war sogar am Radar zu sehen. Viele rote Punkte die sich auf uns zubewegten. Und tatsächlich schüttete es kurze Zeit später wie aus Schaffeln. Obwohl mein Bimini gut imprägniert ist war dann bald Schluss mit lustig, die weitere Fahrt bis Acheron ziemlich ruppig und auch kalt. Zuerst kein Wind, dann bis 20Kn aus SO und zunehmend auch höhere Wellen schräg gegenan. Wir waren froh als wir gegen 14.00 Uhr unseren Anker auf 4m Tiefe in den Sand der Fanari Bucht fallen ließen. Hier war der Regen schon vorbei und die Temperatur schlagartig angenehmer.

Mit dem Beiboot zum Ufer, kurzer Spaziergang in Acheron, bzw entlang des gleichnamigen Flusses, welcher in der griechischen Mythologie als Totenfluss gilt. Der Fluss stellte den Weg dar, über den die Toten in die Unterwelt (Reich des Hades) gelangten. Für Segler ist er nicht so geeignet, denn er ist sehr schmal und der Uferkai auf Seite des Dorfes voll belegt. Tavernen sind auch vorhanden, ein ruhiger Ort wo es in der Hochsaison sicher belebter ist.

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Einem üppigen Abendmahl folgte eine sehr ruhige Nacht vor Anker und u 07.00h waren wir schon wieder unterwegs. Zu Beginn etwas Segelwind, doch der schlief bald ein und wir motorten bis zur Lefkas-Brücke. Es folgte wieder mal der Lefkaskanal wo wir im südlichen Bereich bereits die Genua setzten und bis Nidri segelten. Zurück im Heimathafen (Skorpios Ponton) kam der von mir bereits avisierte Paul pünklich zum Steg analysierte den Fehler bei der Ankerwinsch (der „Down“ Pluspol hatte eine Defekt) und nahm den ausgebauten E-Motor mit zur Reparatur.

Da wir bereits am Vortag den Proviant ergänzt und getankt hatten konnte die Reise nach einer allgemeinen Verabschiedung am Ponton mittags fortgesetzt werden. Wir segelten bei wechselnden aber zumeist sehr guten Segelbedingungen (Wind 4-5, teilweise 7-8Kn SOG) noch 34NM bis zum Hafen Poros, wo sich gerade zwei große Kats im kräftigen Nachmittagswind abmühten. Ich benötigte auch zwei Anläufe bis alles passte (Hafengebühr 12,5€/N). Das Abendessen hatten wir in der Taverne Agrapidos, wo es eine herrliche Aussicht zum Hafen gibt.

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Unser Plan war am nächsten Tag bis Katakolon und vor dort in einer weiteren Etappe bis Pylos zu segeln. Wahrscheinlich mit ziemlicher Motorunterstützung, denn die Vorhersage war 1 ½ Tage wenig und dann Gegenwind. In Pylos wollen wir ein passendes Wetterfenster abwarten um den Peloponnes auf der Südseite von West nach Ost zu befahren.

Die 43NM bis Katakolon waren ruhig, mit wenig Wind, viel Sonne aber trotzdem bis Mittag sehr kühl. Das Highlight hatte wir mit einer Delphinsichtung. Drei wirklich große Exemplare schwammen mindestens ¼ Stunde rund um die Calisto, immer wieder ein Erlebnis.

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Obwohl den gesamten Tag keine Segler zu sehen gewesen sind, waren kurz vor Katakolon mindestens fünf andere Segler im Blickfeld, ziemlich viel für diese Jahreszeit. Bis zum Abend lagen 12 Segler + eine Flottillie  am Kai. Der wegen Felssturz geschlossene Kanal von Korinth macht sich hier bemerkbar. Es gibt jetzt nur den Weg um den Peloponnes herum und deshalb sind jetzt viel mehr Segler als sonst um diese Zeit unterwegs. Die Nacht war ruhig und angenehm.

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Bis Pylos lagen 50NM vor uns, weshalb wir bereits kurz vor 6.00 Uhr den Anker lichteten. Es kam bald der Sonnenaufgang, doch es blieb weiterhin sehr kühl. Die Bedingungen waren auf dieser Strecke insgesamt ganz ok. Es blieb jedoch meiste Zeit bewölkt und der Wind reichte nur zur Motorunterstützung. Da ab Mittag Gegenwind vorausgesagt war,  versuchte ich einen SOG von 6 Kn zu halten. Dies gelang auch und so schlimm war es dann doch nicht. Erst ca 5NM vor der Einfahrt in die Navarino Bucht frischte es auf bis 20Kn gegenan und die Wellen bauten sich schön langsam auf. Bereits bei der Zufahrt zur „Marina“ Pylos konnte man einige Segler im Bereich der Hafeneinfahrt vor Anker liegen sehen. Es zeigte sich auch hier, dass die Schiffsfrequenz eindeutig gestiegen war. Wir fuhren aber dennoch in die Marina hinein, aberleider waren meine Lieblingsplätze alle besetzt. Lediglich zwei schmale Molenköpfe waren noch frei. Bei einem standen gerade vier Segler die in ihr Dingi einsteigen wollten. Ich schrie im Nachmittagswind dass sie noch etwas bleiben und uns beim Anlegen helfen sollen. Das anschließende Anlegemanöver war durch den Wind etwas schwierig, jedoch die helfenden Hände sorgten letztendlich für einen sicheren Liegeplatz. Wir waren zufrieden und happy hier zu sein. Etwa 1 ½ Stunden später kamen unsere französischen Freunde und legten sich mit unserer Hilfe an den zweiten noch freien Molenkopf. Sie hatten Glück, denn zu diesem Zeitpunkt war fast Windstille. Dafür hatten sie draußen vor der Navarino Bucht 30Kn gegenan.

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Unser erster Weg führte zum Marineshop. Ich brachte Fotis meine beiden Feuerlöscher damit sein Bruder die jährliche Inspektion durchführen kann. Zusätzlich gabs noch neue Festmacher Leinen und ein Bier am Hauptplatz. Wir schlossen diesen Tag in unserem Lieblingslokal, der Taverne Aetos, beim Stadthafen an der Ecke.

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Die Nacht war abermals ruhig. Wir hatten einen Ruhetag geplant. Eine Laufrunde am Morgen, ein paar Bootsarbeiten, Drohnenaufnahmen, Gyros Pita zu Mittag am Hauptplatz, einkaufen, im Cafe mit Wifi Bilder hochladen, etc. Zum Baden war es immer noch zu kalt. Auch innerhalb der Marina zeigte das Thermometer nur knapp 16 Grad Wassertemperatur. Hingegen war es den gesamten Tag sonnig und ab dem Vormittag angenehm warm. Insgesamt gesehen für diese Jahreszeit  dennoch etwas kühl. Der Tag verging sehr schnell und Abends genossen wir noch ein gemeinsames Essen mit Alain und Jean Claude im empfehlenswerten Gyroslokal am Hauptplatz..

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Am nächsten Morgen lag wieder eine lange Etappe vor uns. Von Pylos zum südlichen mittleren Peloponnesfinger, (Mani-Halbinsel). Bis nach Methoni war es eine angenehme Motorfahrt, danach gab es ständig wechselnde Bedingungen von 6-20Kn Wind aus einer Richtung von 80° Ost bis 150° SSO mit den entsprechenden Gegenwellen, etwa jene Richtung in die wir wollten. Kaum waren die Segel gesetzt/getrimmt, passte es schon wieder nicht, echt mühsam. Da wir ein paar tavernenlose Ankertage vor uns hatten, holte Fritz die Angel raus. Und siehe da, knapp eine Stunde später biss unser erster Fisch an. Nach einem längeren Drill  zogen wir einen Thunfisch (60cm) aus dem Wasser. Eine blutige Sache, der zweite Haken vom Köder hatten sich in den Kiemen verfangen und so konnten wir das noch etwas kleinere Exemplar nicht retour geben, er hätte es nicht überlebt. Ich goss dem Fisch OUZO ins Maul und in die Kiemen, sodass er sofort bewusstlos war und nicht mehr leiden musste. Auf der einen Seite Freude einen Fisch gefangen zu haben, auf der anderen Seite aber auch etwas Wehmut dieses schöne Tier hier heraußen liegen zu sehen. Zum Glück hatten wir während dieser Action die Segel nicht voll gesetzt, denn währenddessen drehte der Wind schon wieder.

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Aufgrund dieser unguten Segelverhältnisse steuerten wir nicht zum südlichsten Teil der Manihalbinsel sondern hielten auf die Bucht „Mezapos“ an der Westseite zu. Auf den letzten paar Meilen steigerte sich der Gegenwind, bzw. die Fallböen von den Bergen bereits auf 25 Kn. Wir ankerten nach 10 Stunden Fahrt im südwestlichsten Teil der Bucht (12m Tiefe) da wir hier einen Sandboden vermuteten, zumindest konnte ich das auf Google Maps so sehen. Die Wasseroberfläche war wegen des Windes immer so in Bewegung, dass wir nichts erkennen konnten. 50m Kette sollten reichen und hielten den bis zum späten Abend anhaltenden Böen stand. Wir verzogen uns in die Kajüte, denn heraußen war es uns zu kalt. Fritz filetierte den Fisch und bereitete ein köstliches Abendmahl. Es war so viel Fleisch vorhanden, dass wir damit locker noch zwei Tage auskommen. Gegen 22.00 Uhr war es in der Bucht ruhig geworden, Zeit zum Schlafen, denn auch nächsten Tag waren wieder knapp 50NM geplant.

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Im Morgengrauen lichteten wir den Anker und waren wieder unterwegs. Da wir beide eher zur Kategorie Frühaufsteher gehören fällt uns das nicht schwer und es ist jedes Mal ein Erlebnis den Tag erwachen zu sehen. Diesmal entlang der Mani Steilküste südwärts zum Kap Tainaron. Bis dort hin in Motorfahrt, dann mit Segel Richtung Osten nach Elafonisos. Ab Mittag dann der prognostizierte Gegenwind und die letzten Meilen abermals mühsam mit Motor gegen Wind und Welle. Dafür passte in der traumhaften Bucht von Elafonisos wieder alles – Beibootausflug zum Land, Thunfischfilet zum Abendessen und ein ruhiger Ankerplatz.

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Dafür fiel der nächste Tag in die Kategorie „unvergessen“.  Aufgrund der Windvorhersage hätten wir eigentlich einen Pausentag einlegen müssen. Doch am ruhigen Ankerplatz sieht alles anders aus und so starteten wir abermals um sechs. Bereits nach der Bucht kamen die ersten giftigen Böen von Norden. Dazu ständig leichte Winddreher, aber was solls – bis zum Kap Malea wollten wir mal fahren. Dort ging es erst richtig los. Die Segel bis auf Miniflächen eingerollt fuhren wir mit Motorunterstützung bei Böen bis über 30 Kn am Kap vorbei. Danach war es ruhiger und nach einer halben Meile gab es plötzlich beständigen Nordwind mit 15Kn und wir konnten mit gutem Speed leicht schräg gegen die Wellen Richtung Milos segeln. Es lagen noch ca 60Nm vor uns und wir wollten vor der Dunkelheit ankommen. Leider drehte der Wind noch vor Mittag gegen Nordost und wir mussten nun sehr hart am Wind (also schräg gegen den Wind) segeln. Zusätzlich steigerte sich die Intensität auf 17/18Kn (in Böen bis 25Kn) und die Wellen wurden entsprechend höher. Um die Bootsgeschwindigkeit beibehalten zu können kam der Motor dazu. Ich weiß, ist nicht sehr seemännisch, aber wir wollten eben nicht in die Nacht kommen. So kämpften wir uns mühsam Richtung Osten und erreichten Milos nach 13 Stunden im Abendlicht. Dafür war unser Ankerplatz umso schöner. Die berühmte Kleftiko Bucht im Südwesten der Insel. Ein malerischer Platz mit weißen Felsformationen wo der Anker bei Tiefen von knapp 10m im Sand liegt. Außer uns befanden sich noch drei weitere Boote hier, genug Platz für eine entspannte Nacht. Zum Abendessen gab es die dritte Portion Fisch, diesmal in einer Tomatensauce mit Spaghetti, was wiederum ausgezeichnet mundete.

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Es war eine gute Nacht, Sonne am Morgen und kein Stress. Es folgte eine gemächliche Weiterfahrt entlang der wunderschönen Südküste von Milos, dann nordwärts bis zur Insel Sifnos. Der (gegen)Wind steigerte sich wieder auf gute 15Kn N/NO, doch das ist hier anscheinend so und muss akzeptiert werden. Im Hafen von Sifnos legten wir uns längsseits, hatten Strom sowie Wasser und gratis war es auch. Die kleine Marina wird erst geöffnet, es ist niemand hier und alles sehr ruhig. Die Bucht selbst entpuppte sich als Retortendorf für Touristen. Sehr sauber, aber kein Flair und eher hochpreisig.

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Wir bunkerten Wasser, tankten bei einem Diesellieferservice und fuhren am nächsten Tag nach meinem Morgenlauf die ca. 20 Nm hinauf (nördlich) zur Insel Serifos. Nach anfänglichem Motoren gabs herrlichen Segelwind bis hinein in die Bucht von Livadi. Da gefiel es uns bereits beim Zufahren besser und im kleinen Hafen konnten wir abermals längsseits gehen. Wir wollten zuerst an der Außenmole mit Buganker anlegen, doch der Anker hielt im anscheinend dichten Seegras leider nicht. Innen lagen wir aber dann ausgezeichnet. Ein wirklich netter Ort in ansprechender Umgebung.

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Wir legten einen Rasttag ein und wanderten die 270Hm hinauf zur Chora, welche bereits von weitem zu sehen ist und alle Klischees der Kykladen erfüllt. Wir waren echt begeistert. Strahlend weiß getünchte Häuser, enge kleine Gassen mit steilen Stiegen, dazwischen Blumentöpfe und alles äußerst gepflegt. Die Aussicht von oben ist prächtig, eine wirklich tolle kleine Wanderung. Dazu kam dann noch ein Kaffee am kleinen, nicht minder hübschen Hauptplatz – alles sehr empfehlenswert! Auch unten im Hafen fühlten wir uns wohl, welch Unterschied zum vorangegangenen Ort auf Sifnos.

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Nach zwei Tagen in Livadi hatten wir die nördlich gelegene Insel Kithnos mit dem kleinen Hafenort Loutron, im NO der Insel, als Ziel auserwählt. Die Sonne schien mit steigenden Temperaturen, blauer Himmel und zwischen den Inseln sehr schöner Segelwind. Jetzt war der Erholungsurlaub da und wir genossen es in vollen Zügen.  Da wir die 20 NM nach Loutron bereits am frühen Nachmittag hinter uns hatten bekamen wir im kleinen Hafen noch einen Platz und legten r.k. mit Buganker an. Der stets behilfliche örtliche Hafenmeister (0030 6983461669) hat dort alles gut im Griff. Es war Samstag und im Laufe der nächsten Stunden füllte sich der Hafen, wobei sogar die Außenmole voll besetzt war.  Motorboote und Yachten aus dem nahen Athen waren die Hauptkundschaft. Es gefiel uns sehr gut hier.

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Vor allem auf die beim Dorfstrand am südlichen Ende einmündende heiße Quelle waren wir sehr gespannt. Es ist tatsächlich so, dass dort 1/2m breites heißes Bächlein ins Meer mündet.  Es sind ein paar größere Steine im Kreis aufgelegt, sodass ein gut 5m breites und seichtes „Becken“ entsteht, wo man sich hineinsetzt. Aber Achtung, nicht auf ein wohltemperiertes Thermalwasser hoffen. Die Temperatur ist gerade noch erträglich so heiss ist es, wer länger drinnen sitzen bleibt wird gegart 😊. Man muss jedoch nur über die Steine steigen denn dort befindet sich bereits kühles Meerwasser welches erfrischend gut tut. Mir ist das so ähnlich wie die Hitze in der Sauna mit anschließender Abkühlung vorgekommen. Menschen mit Kreislaufproblemen sollten vielleicht etwas vorsichtig sein. Wenn wir mehr Zeit zur Verfügung gehabt hätten, wären wir noch einen Tag geblieben – abermals ein Highlight.

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Am nächsten Vormittag gabs beim Ablegen eine negative Überraschung, die Ankerwinsch bewegte sich nicht. Zumindest nicht mit dem vorderen Bedienteil. Vom Steuerstand aus funktionierte alles. Also wieder fest machen und auf zur Fehleranalyse. Ich war mit meinem Latein bald am Ende und so rief ich meinen Telefonjoker Paul an. Der Fehler war bald eingegrenzt. Es musste ein Problem im Kabel sein wo offensichtlich ein Kabelstrang gebrochen, bzw. keine Verbindung war. Letztendlich schnitt ich von meinem Verlängerungskabel 2m heraus, ersetzte das Kabel zu Bugfernbedienung und es funktionierte wieder.

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Mit zwei Stunden Verspätung ging es 20NM weiter zur Insel Kea. Dort kamen wir nachmittags in der Bucht von Vourkari (NW) an und staunten nicht schlecht – der gesamte Dorfkai brechend voll und auch das östliche Ankerfeld mit Bojen und ankernden Schiffen war gut besucht. Sonntag im Umfeld von Athen! Das schöne ruhige Wetter animierte offensichtlich viele Athener mit ihren Booten einen Ausflug zu machen. Gegen Abend musste die arbeitende Bevölkerung wieder heim und es war Platz. So holten wir unseren Anker ein und verlegten uns zum Kai. Es wurde ruhig, das Personal in den Tavernen hatte Zeit für eine Verschnaufpause und für uns passte es nun auch sehr gut. Fazit: Für einen Zwischenstopp ok, aber mehrere Tage würde ich hier nicht bleiben.

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Nach einem Morgenlauf starteten wir zur letzten Etappe für Fritz und fuhren die 21 NM ohne Wind  zum Festland nach Porto Rafti. Wir waren für freies Ankern gerüstet, doch wider Erwarten gab es am kleinen Kai einen Liegeplatz (r.k. mit Buganker) den wir gerne benutzten. Das war natürlich praktischer, denn so musste ich Fritz am nächsten Morgen nicht mit dem Beiboot zum Ufer bringen. Fritz wird nämlich in der Früh von hier mit dem Taxi zum nahen Flughafen Athen fahren und von dort heim fliegen. Am Nachmittag war die Gegend beim Hafen wie ausgestorben. Fast leere Lokale und in den umliegenden Appartementhäusern waren auch überall die Rollläden herunten – nicht sehr einladend die ganze Gegend. Zumindest fanden wir auf der weiter hinten befindlichen Hauptstraße einige Geschäfte wo ich ein paar Einkäufe erledigen konnte. Am Abend wurde es beim Hafen immer belebter, zahlreiche Hobbyfischer hielten ihre Angeln ins Meer und auch die Tavernen hatten Gäste.

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Trotzdem war ich froh als meine Tour am nächsten Morgen weiter ging. Um 6.00h wurde Fritz vom Taxi abgeholt und ich war fortan solo unterwegs. Gleich mit der längsten Etappe der gesamten Tour.

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80NM nach Osten bis Euböa und weiter nach Norden zur Insel Skyros. Eine reine Motorfahrt, mit fast keinem Wind (außer Gegenwind an der Südküste von Euböa) und zumeist spiegelglattem Meer. Ich war quasi von Sonnenaufgang bis kurz vor Untergang unterwegs, sah vier mal Delphine, eine Mönchsrobbe, ein riesiges Militärluftkissenboot und ein weiteres Kriegsschiff, ansonsten nur Einsamkeit. Dieser Bereich zwischen der Ostküste von Euböa und Skyros wird auch von Seglern kaum befahren, denn zumeist herrschen hier für die Fahrt nach Norden ungünstige Bedingungen. Deshalb nehmen viele Bootfahrer den Weg zwischen Festland und Euböa. Dort muss allerdings die Brückenöffnung bei Chalkis beachtet werden. Derzeit war es so, dass diese Öffnung (Nachts) nur jeden zweiten/dritten Tag stattgefunden hätte und nicht in meinen Reiseplan passte, bzw. genau in eine prognostizierte Schlechtwetterphase mit Gewitter/Starkwind etc gefallen wäre. Da mir Skyros noch unbekannt gewesen ist, und die Wetterprognose für die Überfahrt passte wählte ich diese Variante und traf glücklich gegen 19.30h im Hafen von Skyros ein. Dort wurde ich vom Hafenmeister im kleinen roten  Boot bereits 200m vor dem Hafen angesprochen, er erklärte mir alles und ich folgte seinen Anweisungen. Kurze Zeit später war die Calisto mit Mooringleine am Kai verheftet und lag sicher. Das kleine Linaria wirkte gleich von Beginn an sympathisch und familiär, alle freundlich und hilfsbereit. Hier werde ich für ein paar Tage bleiben um diese Starkwindphase abzuwarten, bevor es weiter Richtung Allonisos geht.

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Der nächste Tag war jedoch strahlend schön und warm. Ich mietete einen Motorroller und begab mich auf Sightseeing. Die Chora von Skyros war einen Besuch wert und auch die Küstenrundfahrt im Norden der Insel hatte sehr nette Stellen.

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Am Abend begann dann schlagartig der kräftige Wind. Zuerst noch milde Abendsonne und fünf Minuten später war schon das Heulkonzert der Wanten und Seile zu hören. Die Böen hatten zuerst so um die 30Kn und steigerten sich bis Mitternacht auf 48Kn (gemessen an der Wetterstation vom Hafenmeister). Da legte sich die Calisto auch ohne Segel etwas zur Seite und schlingerte ein wenig herum.

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Die dicken Mooringleinen von Linaria sowie ausreichend Fender rundherum gaben ein beruhigendes Gefühl und letztendlich hatte ich in der zweiten Nachthälfte doch noch etwas Schlaf. Am Morgen war der Wind deutlich schwächer aber die Temperatur wesentlich weiter unten als am Vortag.

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Ich hatte noch meinen Motorroller vom Vortag und fuhr damit zur Nordküste um mir die bewegte See anzuschauen. Bereits kurz nach dem eher geschützten Bereich von Linaria pfiff der Wind abermals ganz schön stark. Mit Haube, Jacke und Softshellhose war es einigermaßen auszuhalten, aber insgesamt viel zu kalt. Zu Hause gab es Temperaturen bis 30 Grad und hier türmten sich die Wellen gepaart mit frischem Wind. Jedenfalls war heute ein Hafentag und keiner meiner Seglerkollegen dachte daran auszufahren.

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Der richtige Zeitpunkt für einen ausgedehnten Vormittagslauf. Ich wählte den Dorfhügel (350m) und fand auch einen passablen Weg hinauf. Der Wind wehte ziemlich kräftig, doch es gab blauen Himmel und eine schöne Fernsicht. Zurück bei meiner Calisto wartete ein Relaxtag mit ein paar kleineren Bootsarbeiten auf mich. Eigentlich konnte ich nicht klagen.

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+++mit der CALISTO in Griechenland+++mit der GOLDEN LADY in Slowenien – HR – Albanien – Griechenland +++ 3691 NM mit dem Motorboot CHARLIE von Tulln bis Triest +++ mit dem Kajak auf der Donau von Ingolstadt bis Tulln +++ Kreuzfahrt Kanaren